Luigi Veronesi geb. 1908
Chromatische Visualisierung: Anton Webern Variationen für Klavier, Opus 27, Variation II Takte 1-19, 1972.
Gegen Ende 1959 beschäftigte mich die Möglichkeit, die Klänge chromatisch zu visualisieren. Eine neue Idee war es ja nicht. Ich wollte aber auf einer festen, nicht zufälligen oder intuitiven Grundlage arbeiten... Ich versuchte aus den Zahlen, die der musikalischen und chromatischen Metrik zugrunde liegen, einen Generalnenner zu entwickeln, der als trait d´union den beiden Disziplinen dienen sollte. Es ist mir so gelungen, eine mathematisch exakte Beziehung zwischen der Mitteloktave C und einer Siebenfarbenfolge des normalen Weißspektrums festzustellen. Jede Note der aufsteigenden Tonleiter von C – H hat gemäß den Schwingungen ein Zahlenverhältnis zu der Grundnote C. Auf der absteigenden Skala des Spektrums haben die von mir individualisierten 7 Farben die gleichen Zahlenverhältnisse wie bei den Noten im Vergleich zur Hauptfarbe: Violett. Daher entsteht eine chromatische Abstufung von 12 Spektralfarben, die mit den 12 Noten in einem festen Zahlenverhältnis stehen. ... Gleichzeitig mit der graphischen Untersuchung trachte ich danach, die Klänge chromatisch beim Zuhören zu visualisieren..... Ich komme zur chromatischen Visualisierung der Klänge durch eine Farbabstufung (30 Farben in 90 Lampen) vom Violett bis zum äußersten Rot.“ Veronesi , 1974